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Unsere Geschichte

    Wie alles begann

    Die Geschichte von Wavin beginnt in den 1950er-Jahren im niederländischen Zwolle. Dort war Firmengründer Johan Keller Direktor des örtlichen Wasserversorgers WMO. Das Unternehmen versorgte eine ländlich geprägte Region sowie einige Städte – über ein ausgedehntes Rohrnetz aus überwiegend Eisenleitungen. Doch bald hatte WMO mit ernsthaften Problemen durch Rohrkorrosion und erheblichen Wasserverlusten zu kämpfen. Keller erkannte den dringenden Handlungsbedarf und begann, sich mit Kunststoffrohren als mögliche Lösung auseinanderzusetzen.

    Zwar gab es Kunststoffrohre bereits in den 1950er-Jahren, doch Keller wollte sie speziell für die sichere Trinkwasserversorgung weiterentwickeln. Da entsprechende Produkte auf dem Markt fehlten, begann er in einer kleinen Werkstatt in Zwolle mit ersten Versuchen – und schaffte es 1953, die ersten druckbeständigen Kunststoffrohre für Trinkwasser mit Durchmessern ab 100 mm herzustellen.

    Gründung im Jahr 1955

    Die Lösung von WMO stieß schnell auf Interesse – nicht nur in den Niederlanden, sondern auch international. Da die Nachfrage rasant anstieg und WMO als öffentliche Einrichtung vorrangig der lokalen Versorgung verpflichtet war, wurde 1955 ein unabhängiges Unternehmen für die Rohrproduktion gegründet: Wavin – der Name setzt sich aus den Begriffen „WAter“ und „VINyl“ zusammen. Zur Gründung hatte das Unternehmen 52 Mitarbeitende.

    Schnelles Wachstum

    Schon in den ersten Jahren entwickelte sich Wavin dynamisch. Die internationale Expansion begann mit Fokus auf Europa. 1956 wurde das erste Werk in Deutschland eröffnet, 1957 folgte Dänemark und 1958 Irland. Vertriebsbüros wurden in Schweden und Norwegen (1958) sowie in London (1961) eingerichtet – dort entstand später auch ein Produktionsstandort in Liverpool. 1964 folgte die französische Tochtergesellschaft.

    1962 beteiligte sich Royal Dutch Shell am Unternehmen – WMO behielt 50 % der Anteile. Die Partnerschaft mit Shell brachte wertvollen Austausch zu Rohstoffen, Technologien und Anwendungen.

    Wavin Holding

    In den folgenden Jahren konzentrierte sich Wavin auf professionelles Management und eine stabile Unternehmensstruktur. 1972 wurde die Holdinggesellschaft Wavin BV gegründet. Forschung und Entwicklung wurden ausgegliedert und firmieren heute unter dem Namen Wavin Technology & Innovation.

    1975 wurde Wavin Overseas ins Leben gerufen, um Produkte, Technologien und Services auch außerhalb Europas anzubieten. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren expandierte Wavin stark nach Zentral- und Osteuropa – unter anderem mit Akquisitionen in Polen, Ungarn, Tschechien und Litauen sowie mit Standorten in Kroatien, Bulgarien und der Ukraine.

    Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2005 erfolgte die bislang größte Akquisition: Mit der Übernahme von Hepworth Building Products wuchs Wavin um mehr als 20 %. Im selben Jahr verkaufte WMO Beheer (die Provinz Overijssel und 24 angrenzende Gemeinden) ihre Anteile. Neue Eigentümer wurden CVC Capital Partners, Alpinvest und ein Team von Wavin-Führungskräften.

    Börsengang und neue Eigentümer

    2006 ging Wavin an die Börse und wurde in den Amsterdam Midcap Index aufgenommen. Nur sechs Jahre später, im Jahr 2012, übernahm das mexikanische Unternehmen Mexichem – ein führender Anbieter von Kunststoffrohrsystemen sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie Lateinamerikas – die Wavin-Gruppe. Infolge der Übernahme wurde Wavin von der Börse genommen.

    Wavin als Teil von Orbia

    Heute ist Wavin Teil von Orbia, einem global tätigen Unternehmen mit dem Ziel, das Leben weltweit voranzubringen. Orbia ist in fünf Geschäftsbereichen aktiv:

    • Polymer Solutions (Vestolit, Alphagary)
    • Building & Infrastructure (Wavin)
    • Precision Agriculture (Netafim)
    • Connectivity Solutions (Dura-Line)
    • Fluorinated Solutions (Koura)

    Alle Geschäftsbereiche vereint der Anspruch, den Zugang zu Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, Städte und Wohnräume neu zu denken, Wasser- und Ernährungssicherheit zu gewährleisten, Gemeinschaften zu vernetzen und durch Kreislaufwirtschaft nachhaltige Lösungen zu schaffen.

    Orbia ist in über 110 Ländern aktiv und betreibt Standorte in mehr als 50 Ländern – mit globalen Zentralen in Boston, Mexiko-Stadt, Amsterdam und Tel Aviv.