Regenwasserbehandlung: Sauberes Wasser für klimaresiliente Infrastruktur

Regenwasser ist nicht automatisch sauber. Auf Straßen, Parkflächen, Gewerbearealen, Dächern und anderen Oberflächen kann es Sedimente, Schwermetalle, Reifenabrieb, Ölrückstände und weitere Stoffe aufnehmen. Eine passende Regenwasserbehandlung hilft, diese Einträge zu reduzieren, bevor das Wasser versickert, zurückgehalten oder in Gewässer eingeleitet wird.

Wenn Regenwasser zur Ressource werden soll, braucht es die richtige Vorbehandlung.

    Puddle reflection view to the streets of downtown  São Paulo, Brazil

    Regenwasserbewirtschaftung beginnt mit der Wasserqualität

    Klimawandel, Urbanisierung, zunehmender Starkregen und versiegelte Flächen stellen Entwässerungssysteme und Infrastruktur vor neue Anforderungen. Regenwasserbehandlung ist deshalb ein wichtiger Teil der Niederschlagswasserbewirtschaftung: Sie unterstützt den Gewässer- und Grundwasserschutz, hilft beim Erhalt funktionsfähiger Versickerungsanlagen und kann dazu beitragen, Regenwasser nachhaltiger zu nutzen.

    Vorteile

    Gewässer schützen
    Schadstoffeinträge in Oberflächengewässer und Grundwasser reduzieren.
    Versickerung absichern
    Verschmutzungen reduzieren, damit nachgeschaltete Systeme langfristig funktionieren.
    Regenwasser nutzbar machen
    Vorbehandeltes Regenwasser kann als Ressource betrachtet werden, z. B. im Kontext nachhaltiger Wasserwirtschaft.
    Klimaresilienz stärken
    Regenwasser länger zurückhalten, reinigen und kontrolliert dem natürlichen Wasserkreislauf zuführen.

    Die Herkunftsfläche entscheidet über die Anforderungen

    Wie stark Regenwasser belastet ist, hängt wesentlich davon ab, von welcher Fläche es abläuft. Verkehrsflächen, Parkplätze, Gewerbe- und Industrieflächen, Dachflächen oder Logistikflächen können unterschiedliche Stoffe eintragen — etwa Feinsedimente, Schwermetalle, Mineralölrückstände, Kraftstoffe oder Ablagerungen aus der Luft. Je höher die Belastung einer Fläche, desto höher sind die Anforderungen an die Regenwasserbehandlung.

    Typische Herkunftsflächen

    Close-up of car tire splashing water while driving on wet road at sunset
    Straßen und Verkehrsflächen
    Parking lot on a rainy day, cars reflecting the wet pavement, reflective surfaces, moody light
    Parkplätze
    Gewerbe- und Industrieareale
    Heavy traffic on a rainy day in autumn. Vehicles are lined up on a wet road as rain falls, creating a slow-moving traffic jam in the autumn season.
    Kommunale Infrastruktur

    Zwischen Gewässerschutz, DWA-M 153 und DWA-A 102

    Die Behandlung von Niederschlagswasser ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern kann auch durch gesetzliche und technische Anforderungen relevant werden. Als Grundlagen nennt der bestehende Entwurf unter anderem das Wasserhaushaltsgesetz, DWA-M 153 und DWA-A 102. Ziel ist es, Schadstoffeinträge in Gewässer zu minimieren und natürliche Wasserkreisläufe möglichst zu erhalten.

    Subsection: DWA-M 153

    DWA-M 153 bewertet unter anderem die Belastung aus der Luft, die Belastung aus der Fläche und das Schutzbedürfnis des Gewässers. Über ein Punktesystem wird ermittelt, ob eine Vorbehandlung erforderlich ist und welcher Reinigungsgrad erreicht werden muss.

    Subsection: DWA-A 102

    DWA-A 102 rückt den Rückhalt feiner abfiltrierbarer Stoffe, insbesondere AFS63, stärker in den Fokus. Gleichzeitig verfolgt die Richtlinie wasserhaushaltsbezogene Ziele wie Verdunstung, Versickerung und Grundwasserneubildung sowie stoffbezogene Ziele zur Reduzierung belasteter Einleitungen.

    Warum das für Planer wichtig ist:
    Die Seite sollte hier nicht in Berechnungen abtauchen, sondern klar sagen: Die passende Lösung hängt von Fläche, Verschmutzungsgrad, Gewässeranforderungen und Platzverhältnissen ab. Genau diese objektbezogene Bewertung ist laut Entwurf entscheidend.

    Von Sedimentation bis Substratfilter: passende Verfahren für unterschiedliche Belastungen

    Für die Regenwasserbehandlung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Genannt werden Sedimentation, Filtration, hydrodynamische Abscheidung, mehrstufige Behandlung und der Rückhalt gelöster Schadstoffe wie Kupfer oder Zink durch spezielle Substratsysteme.

    Welche Verfahren kommen zum Einsatz?

    Sedimentation
    Schwebstoffe und Sedimente setzen sich durch reduzierte Fließgeschwindigkeiten ab.
    Filtration
    Mechanische Filter halten Partikel und Feststoffe zurück.
    Hydrodynamische Abscheidung
    Dieses Prinzip ist besonders für große und stark belastete Verkehrsflächen vorgesehen.
    Mehrstufige Behandlung
    Für anspruchsvollere Anwendungen können Sedimentation, Filtration und Adsorption kombiniert werden.

    Lösungen für kleine Flächen, große Flächen und erhöhte Anforderungen

    Nach der fachlichen Bewertung des Projekts stehen unterschiedliche Technologien zur Regenwasserbehandlung zur Verfügung. Der bestehende Entwurf ordnet die Lösungen nach Flächentyp und Belastung ein: kleine und leicht belastete Flächen, große und stark belastete Flächen sowie erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt.

    • Für kleine und leicht belastete Flächen
      Geeignete Systeme aus dem Portfolio sind Tegra Straßenablauf, VFS 400 Versickerungsfilterschacht, SEFS 600 und SEFS 1000.
    • Für große und stark belastete Flächen
      Für große oder stark belastete Flächen nennt der Entwurf Certaro HDS Pro sowie Certaro Sedimentationsanlagen Standard, Begehbar und Plus.

    • Für erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt
      Für erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt wird Certaro Substrat genannt.

    Regenwasser reinigen, zurückhalten und dem Wasserkreislauf zuführen

    Moderne Städte müssen Regenwasser länger zurückhalten, reinigen und kontrolliert dem natürlichen Wasserkreislauf zuführen. Eine integrierte Regenwasserbehandlung unterstützt die Versickerung, entlastet bestehende Kanalnetze, schützt Gewässer, erhöht die Klimaresilienz und trägt zur nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen bei.

    Damit passt Regenwasserbehandlung ideal in PlanW: Sie verbindet Tiefbau, Urban Climate Resilience und nachhaltige Stadtentwicklung — ohne direkt in tiefe technische Auslegung einzusteigen. Diese Brücke basiert auf der Zielsetzung, Regenwasser nicht nur abzuleiten, sondern als Ressource für klimaresiliente Stadtentwicklung zu betrachten.

    FAQs zum Thema Regenwasserbehandlung

    Regenwasserbehandlung frühzeitig in die Planung integrieren

    Jedes Projekt stellt unterschiedliche Anforderungen an Verschmutzungsgrad, Gewässerschutz und Flächenverfügbarkeit. Eine objektbezogene Bewertung ist deshalb entscheidend.

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