Regenwasserbehandlung: Wasser schützen, Ressourcen erhalten
Regenwasser ist eine wertvolle Ressource. Auf seinem Weg über Straßen, Parkplätze, Gewerbe- und Dachflächen nimmt es jedoch Sedimente und Schadstoffe auf, die Gewässer, Grundwasser und technische Anlagen belasten können. Eine leistungsfähige Regenwasservorbehandlung hält diese Stoffe zurück und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung.
Wenn Regenwasser zur Ressource werden soll, braucht es die richtige Vorbehandlung.
Regenwasserbewirtschaftung beginnt mit der Wasserqualität
Die Anforderungen an moderne Entwässerungssysteme steigen stetig. Klimawandel, Urbanisierung und zunehmende Flächenversiegelung erfordern Lösungen, die sowohl den Wasserhaushalt als auch die Wasserqualität berücksichtigen. Eine wirksame Regenwasservorbehandlung reduziert Schadstoffeinträge, schützt Gewässer und Grundwasser und trägt dazu bei, die Funktionalität von Versickerungs-, Rückhalte- und Nutzungssystemen langfristig zu erhalten.
Vorteile
Die Herkunftsfläche bestimmt den Behandlungsbedarf
Welche Anforderungen an die Regenwasserbehandlung gestellt werden, hängt wesentlich von der Nutzung und Belastung der angeschlossenen Flächen ab. Niederschlagsabflüsse von Verkehrsflächen, Parkplätzen, Gewerbe- und Industriegebieten, Logistikstandorten oder Metalldächern können unterschiedliche Mengen an Sedimenten und Schadstoffen enthalten.
Mit zunehmender stofflicher Belastung steigen die Anforderungen an den erforderlichen Schadstoffrückhalt. Die Bewertung der Herkunftsflächen bildet daher die Grundlage für die Auswahl und Dimensionierung einer geeigneten Regenwasserbehandlungsanlage.
Typische Herkunftsflächen
Zwischen Gewässerschutz und DWA-A 102
Die Behandlung von Niederschlagswasser dient nicht nur dem Schutz von Gewässern und Grundwasser, sondern ist auch eine zentrale Anforderung moderner Regenwasserbewirtschaftung. Ziel ist es, Schadstoffeinträge zu reduzieren, die Wasserqualität nachhaltig zu verbessern und den natürlichen Wasserhaushalt möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Die rechtlichen Grundlagen werden insbesondere durch das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vorgegeben. Für die stoffliche Bewertung und Behandlung von Niederschlagsabflüssen bei der Einleitung in Oberflächengewässer bildet heute die DWA-A 102 bzw. BWK-A 3-Regelwerksreihe den maßgebenden technischen Rahmen.
DWA-A 102: Der aktuelle Maßstab für die Regenwasserbehandlung
Die DWA-A 102 bewertet Niederschlagsabflüsse anhand ihrer Herkunftsflächen und der daraus resultierenden stofflichen Belastungen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der Rückhalt feiner abfiltrierbarer Stoffe (AFS63), da diese selbst Schadstoffe enthalten oder als Träger für Schwermetalle und organische Schadstoffe wirken können.
Neben den stofflichen Anforderungen verfolgt die DWA-A 102 auch wasserhaushaltsbezogene Ziele. Dazu gehören die Förderung von Versickerung, Verdunstung und Grundwasserneubildung sowie die möglichst naturnahe Bewirtschaftung von Niederschlagswasser.
Die richtige Lösung hängt von der Herkunftsfläche ab
Verkehrsflächen, Parkplätze, Gewerbe- und Industrieflächen, Logistikstandorte oder Dachflächen weisen unterschiedliche Belastungen auf und stellen daher unterschiedliche Anforderungen an die Regenwasserbehandlung. Die Bewertung der Herkunftsfläche bildet die Grundlage für die Auswahl, Dimensionierung und den erforderlichen Wirkungsgrad einer Behandlungsanlage.
So kann sichergestellt werden, dass Niederschlagswasser entsprechend den Anforderungen des Gewässer- und Umweltschutzes behandelt wird und nachgelagerte Systeme nachhaltig funktionieren.
Von Sedimentation bis Substratfiltration: die passende Lösung für jede Anwendung
Nicht jede Herkunftsfläche stellt die gleichen Anforderungen an die Regenwasserbehandlung. Abhängig von Belastungsgrad und Schadstoffspektrum kommen Sedimentation, Lamellentechnologie, Filtration oder mehrstufige Behandlungsverfahren zum Einsatz. Während Feststoffe und partikelgebundene Schadstoffe überwiegend durch Sedimentation und Filtration entfernt werden, ermöglichen Substratfiltersysteme zusätzlich den Rückhalt gelöster Schadstoffe wie Kupfer oder Zink.
Die passende Technologie für jede Belastung
Lösungen für unterschiedliche Belastungen und Anforderungen
Nach der Bewertung der Herkunftsfläche und des erforderlichen Schadstoffrückhalts stehen unterschiedliche Technologien zur Regenwasserbehandlung zur Verfügung. Die Auswahl der geeigneten Lösung richtet sich insbesondere nach der stofflichen Belastung des Niederschlagsabflusses, den wasserwirtschaftlichen Anforderungen sowie den projektbezogenen Randbedingungen.
Für gering belastete Flächen
Für Dachflächen und andere gering belastete Herkunftsflächen kommen kompakte Vorbehandlungssysteme wie der Tegra Straßenablauf, der VFS 400 Versickerungsfilterschacht sowie die Sedimentationsfilterschächte SEFS 600 und SEFS 1000 zum Einsatz.
Für erhöhte Anforderungen an den Feststoffrückhalt
Bei größeren Einzugsgebieten oder stärker belasteten Verkehrs-, Gewerbe- und Industrieflächen bieten der Certaro Lamella XL, der Certaro Lamella HDS sowie die Certaro Sedimentationsanlagen leistungsfähige Lösungen zur Abscheidung von Sedimenten und partikelgebundenen Schadstoffen.
Für erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt
Wenn neben Sedimenten auch gelöste Schadstoffe, beispielsweise Schwermetalle wie Kupfer oder Zink, zurückgehalten werden müssen, kommen mehrstufige Behandlungslösungen wie Certaro Substrat zum Einsatz.
Regenwasser behandeln, bewirtschaften und dem Wasserkreislauf zuführen
Moderne Städte stehen vor der Herausforderung, Niederschlagswasser möglichst naturnah zu bewirtschaften. Neben der Rückhaltung und Versickerung spielt die Regenwasserbehandlung dabei eine zentrale Rolle. Sie reduziert Sedimente und Schadstoffe bereits an der Quelle, schützt Gewässer und Grundwasser, erhält die Leistungsfähigkeit nachgelagerter Systeme und unterstützt eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung.
Eine integrierte Regenwasserbehandlung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung bestehender Kanalnetze, zur Förderung der Grundwasserneubildung und zur Anpassung urbaner Räume an die Folgen des Klimawandels.
Damit passt Regenwasserbehandlung ideal in PlanW: Sie verbindet Tiefbau, Urban Climate Resilience und nachhaltige Stadtentwicklung. Denn eine zukunftsfähige Regenwasserbewirtschaftung betrachtet Niederschlagswasser nicht als Abwasser, das abgeführt werden muss, sondern als wertvolle Ressource innerhalb des natürlichen Wasserkreislaufs.
Regenwasserbehandlung frühzeitig in die Planung integrieren
Jedes Projekt stellt unterschiedliche Anforderungen an Verschmutzungsgrad, Gewässerschutz und Flächenverfügbarkeit. Eine objektbezogene Bewertung ist deshalb entscheidend.