Regenwasserbehandlung: Sauberes Wasser für klimaresiliente Infrastruktur
Regenwasser ist nicht automatisch sauber. Auf Straßen, Parkflächen, Gewerbearealen, Dächern und anderen Oberflächen kann es Sedimente, Schwermetalle, Reifenabrieb, Ölrückstände und weitere Stoffe aufnehmen. Eine passende Regenwasserbehandlung hilft, diese Einträge zu reduzieren, bevor das Wasser versickert, zurückgehalten oder in Gewässer eingeleitet wird.
Wenn Regenwasser zur Ressource werden soll, braucht es die richtige Vorbehandlung.
Regenwasserbewirtschaftung beginnt mit der Wasserqualität
Klimawandel, Urbanisierung, zunehmender Starkregen und versiegelte Flächen stellen Entwässerungssysteme und Infrastruktur vor neue Anforderungen. Regenwasserbehandlung ist deshalb ein wichtiger Teil der Niederschlagswasserbewirtschaftung: Sie unterstützt den Gewässer- und Grundwasserschutz, hilft beim Erhalt funktionsfähiger Versickerungsanlagen und kann dazu beitragen, Regenwasser nachhaltiger zu nutzen.
Vorteile
Die Herkunftsfläche entscheidet über die Anforderungen
Wie stark Regenwasser belastet ist, hängt wesentlich davon ab, von welcher Fläche es abläuft. Verkehrsflächen, Parkplätze, Gewerbe- und Industrieflächen, Dachflächen oder Logistikflächen können unterschiedliche Stoffe eintragen — etwa Feinsedimente, Schwermetalle, Mineralölrückstände, Kraftstoffe oder Ablagerungen aus der Luft. Je höher die Belastung einer Fläche, desto höher sind die Anforderungen an die Regenwasserbehandlung.
Typische Herkunftsflächen
Zwischen Gewässerschutz, DWA-M 153 und DWA-A 102
Die Behandlung von Niederschlagswasser ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern kann auch durch gesetzliche und technische Anforderungen relevant werden. Als Grundlagen nennt der bestehende Entwurf unter anderem das Wasserhaushaltsgesetz, DWA-M 153 und DWA-A 102. Ziel ist es, Schadstoffeinträge in Gewässer zu minimieren und natürliche Wasserkreisläufe möglichst zu erhalten.
Subsection: DWA-M 153
DWA-M 153 bewertet unter anderem die Belastung aus der Luft, die Belastung aus der Fläche und das Schutzbedürfnis des Gewässers. Über ein Punktesystem wird ermittelt, ob eine Vorbehandlung erforderlich ist und welcher Reinigungsgrad erreicht werden muss.
Subsection: DWA-A 102
DWA-A 102 rückt den Rückhalt feiner abfiltrierbarer Stoffe, insbesondere AFS63, stärker in den Fokus. Gleichzeitig verfolgt die Richtlinie wasserhaushaltsbezogene Ziele wie Verdunstung, Versickerung und Grundwasserneubildung sowie stoffbezogene Ziele zur Reduzierung belasteter Einleitungen.
Warum das für Planer wichtig ist:
Die Seite sollte hier nicht in Berechnungen abtauchen, sondern klar sagen: Die passende Lösung hängt von Fläche, Verschmutzungsgrad, Gewässeranforderungen und Platzverhältnissen ab. Genau diese objektbezogene Bewertung ist laut Entwurf entscheidend.
Von Sedimentation bis Substratfilter: passende Verfahren für unterschiedliche Belastungen
Für die Regenwasserbehandlung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Genannt werden Sedimentation, Filtration, hydrodynamische Abscheidung, mehrstufige Behandlung und der Rückhalt gelöster Schadstoffe wie Kupfer oder Zink durch spezielle Substratsysteme.
Welche Verfahren kommen zum Einsatz?
Lösungen für kleine Flächen, große Flächen und erhöhte Anforderungen
Nach der fachlichen Bewertung des Projekts stehen unterschiedliche Technologien zur Regenwasserbehandlung zur Verfügung. Der bestehende Entwurf ordnet die Lösungen nach Flächentyp und Belastung ein: kleine und leicht belastete Flächen, große und stark belastete Flächen sowie erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt.
- Für kleine und leicht belastete Flächen
Geeignete Systeme aus dem Portfolio sind Tegra Straßenablauf, VFS 400 Versickerungsfilterschacht, SEFS 600 und SEFS 1000. Für große und stark belastete Flächen
Für große oder stark belastete Flächen nennt der Entwurf Certaro HDS Pro sowie Certaro Sedimentationsanlagen Standard, Begehbar und Plus.Für erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt
Für erhöhte Anforderungen an den Schadstoffrückhalt wird Certaro Substrat genannt.
Regenwasser reinigen, zurückhalten und dem Wasserkreislauf zuführen
Moderne Städte müssen Regenwasser länger zurückhalten, reinigen und kontrolliert dem natürlichen Wasserkreislauf zuführen. Eine integrierte Regenwasserbehandlung unterstützt die Versickerung, entlastet bestehende Kanalnetze, schützt Gewässer, erhöht die Klimaresilienz und trägt zur nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen bei.
Damit passt Regenwasserbehandlung ideal in PlanW: Sie verbindet Tiefbau, Urban Climate Resilience und nachhaltige Stadtentwicklung — ohne direkt in tiefe technische Auslegung einzusteigen. Diese Brücke basiert auf der Zielsetzung, Regenwasser nicht nur abzuleiten, sondern als Ressource für klimaresiliente Stadtentwicklung zu betrachten.
Regenwasserbehandlung frühzeitig in die Planung integrieren
Jedes Projekt stellt unterschiedliche Anforderungen an Verschmutzungsgrad, Gewässerschutz und Flächenverfügbarkeit. Eine objektbezogene Bewertung ist deshalb entscheidend.